Über mich

1957 in Wuppertal geboren, der Stadt der Lyrikerin Else Lasker-Schüler, dem Philosophen Friedrich Engels und der Tänzerin und Choreographin Pina Bausch, der Feministin Alice Schwarzer, und natürlich nicht zu vergessen von Günter "Meister" Pröpper (der den WSV in der Saison 1972/73 auf den 4. Platz in der Bundesliga führte), wuchs ich zwischen dem quirligen Ruhrgebiet und dem bedächtigen Bergischen Land auf.

Ich bin leidenschaftlicher Motorradfahrer, liebe die See und den Wald (wovon es an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern, wo ich, nach vielen Jahren in Bayern, jetzt lebe, glücklicherweise genug gibt), schraube an Fahrrädern, singe manchmal, koche gerne und gar nicht mal so schlecht - und lese seit dem ersten Schuljahr, was mir in die Finger kommt.



Mit sechzehn flog ich völlig zu Recht vom Gymnasium - wir passten einfach nicht zusammen. Ich bin mir sicher: Das hatte auch damit zu tun, dass ich das von Thoreau so gut beschriebene Sauntering, das Schlendern als Grundhaltung auf der Suche nach dem Sinn, schon früh für mich entdeckte. Und außerdem: Ich war schlichtweg zu faul irgend etwas zu büffeln, das mich so rein gar nicht interessierte. Bis ich merkte, dass es ohne dem nicht geht, war es schon passiert.

In der Folge wurde ich Eisenwaren-Kaufmann, war beim Bund, fuhr Lkw, verkaufte Versicherungen und arbeitete in einer Autowerkstatt. Lernte das Tischlerhandwerk, heiratete und gründete eine tolle Familie, holte den Schulabschluss nach, studierte Holztechnik, plante und realisierte über viele Jahre Läden in ganz Deutschland.


In der Lebensmitte lernte ich durch Zufall (den es gar nicht gibt: Nichts geschieht zufällig, sondern hat immer einen Sinn) eine anthroposophische Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung kennen. Das veränderte in meinem Leben alles: Ich fing dort als Quereinsteiger an, und arbeitete mit geistig und psychisch behinderten Menschen. Bildete mich weiter, leitete die Arbeitstherapie in einer Sucht-Hilfeklinik, lebte und arbeitete als Heimleiter einer Lebens- und Arbeitsgemeinschaft gemeinsam mit Menschen unter einem Dach, die aufgrund ihrer Behinderungen ständige Betreuung brauchen. Ich lernte viel dabei - besonders, was Leben eigentlich bedeutet. Was tatsächlich zählt.


Aber erst nach der Aufarbeitung einer schweren Depression und Angststörung (was viele Jahre und reichlich Therapie-Sitzungen brauchte, mich immer wieder lähmte und zurückwarf, und mein Leben aber so was von völlig durcheinander brachte) verstand ich endlich wie wichtig es ist: Sein Leben mit dem zu verbringen was man wirklich will.


Dass es darauf ankommt authentisch zu sein, und sich nicht zu verbiegen. Dass man das, was in einem brennt und auflodern will, nicht aufschieben darf - weil das Leben dafür einfach viel zu kurz ist.


Mit fast Sechzig fing ich an endlich das zu tun, womit ich schon immer mein Leben am liebsten verbringen wollte, und mich nie traute zu tun: Schreiben.



Meine beiden wunderbaren Töchter sind erwachsen, stolzer Großvater bin ich auch schon - und wahnsinnig gespannt darauf, was noch alles für mich bestimmt ist.